17./18. Mai 2009 – Vierthälermarkt in Bacharach

Vierthälermarkt in Bacharach
Rückblick von Julia Haubs

Irgendwie schien dieses Wochenende unter keinem guten Stern zu stehen. Montag bis Freitag strömten wahre Sintfluten vom Himmel herab und ob der angekündigten Schauer am Wochenende verweigerte sogar die Motorkutsche, die die Irrlichter nach Bacharach bringen sollte, ihren Dienst.

Doch – wie konnten wir zweifeln? Samstags spielten die Irrlichter zusammen mit Spectaculatius und Heiter bis folkig die Regenwolken weg (Bei 70%iger Regenwahrscheinlichkeit kommt es eben nur darauf an, dass man sich in den anderen 30% von Bacharach befindet …), und begeisterten das Volk mit guter Laune und frechen Liedern. Das Bacharachacher.. nee.. Bachacherach… (Bacharach am Bach, wie Spectaculatius so schön sagte) Orgateam hatte wieder ganze Arbeit geleistet und so präsentierten sich die Rheinwiesen am Fuße der Burg Stahleck in gewohnt stimmungsvollem Ambiente mit einer Vielzahl von Ständen und Lagern und das Volk konnte sich an Speis und Trank, Gaukelei und Schaukämpfen erfreuen. Zwei außergewöhnliche Darbietungen kamen von tapferen Recken aus dem Volke, die sich voll und ganz von Wein, Weib und Gesang bannen ließen. So begeistert waren sie, dass sie sich zu den Klängen des Wäschetanzes die Kleidung vom Leibe rissen und nur noch vom Ende des Liedes (und einer nicht einmal da) zu stoppen waren. Doch man soll ja immer aufhören, wenn es am schönsten ist. Nicht, dass einer noch in die Verlegenheit geriete, als Zugabe den Möhrchentanz zu hören…

Als es dann dunkel wurde am Rhein und die Bühne nur noch von Fackeln und Feuerspuckern beleuchtet wurde, trafen sich alle Künstler zum Tavernenspiel, das romantisch mit einem wunderschönen „Roter Mond“, aber auch lebenslustig mit einigen Saufliedern ausklang, welche eine feuchtfröhliche Runde an der Taverne einleitete. Erst als der Mond am Nachthimmel stand (jahaaa, wirklich nur der Mond!), verkrochen sich Nachtschwärmer, Trunkenbolde, Koboldfreunde, Irrlichter und andere Wesen in ihre Betten, bis sie die viel zu heiße Sonne schon früh am Morgen weckte. So wanderten die Wollkleider in den Koffer und wir kramten die Sonnencreme heraus, denn schon zur Markteröffnung strahlte die Sonne mit den Besuchern um die Wette. Die Irrlichter waren wieder zu Spaß und Narretei angetreten und spielten mit Ausflugsdampfern voraus und (Pilger)Zügen im Rücken dem trägen Volke auf. Einige wagemutige Kobos weckten ihre über den Winter eingeschlafenen Tanzkünste und verknoteten sich gekonnt vor der Bühne – aber angeleitet von Brigitta schafften auch wir es, unsere Füße zur Galoppede, der Chappeloise und dem Traubentritt zu koordinieren und selbst das kleine Volk tanzte begeistert den Frau-Mahlzahn-Tanz.

Und nicht nur die Sonne und Sankt Intonatius, sondern auch die gelben Engel erhörten wieder alle Gebete, so dass nach dem sonntäglichen Tavernenspiel alle wieder gut gelaunt und sonnenverbrannt nach Hause ankamen.

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Über Jens Oliver "dae" Murer
I'm a software-developer and amateur photographer with a special interest in renaissance faires and event photography.

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